Asylsuchende in Down Under: Regierung überfordert?

Allein 6000 Bootsflüchtlinge erreichen jedes Jahr die australische Küste und bitten um Asyl, meistens sind es Flüchtlinge aus Sri Lanka oder Afghanistan. Kritiker sagen, dass die australische Regierung mit der enormen Anzahl der asylsuchenden Menschen überfordert sei. Dies wird jedoch vehement abgestritten, doch Tatsache ist, dass Maßnahmen ergriffen wurden.

Am Montag wurde ein Abkommen unterschrieben, welches besagt, dass in vier Jahren voraussichtlich 800 Menschen nach Malaysia abgeschoben werden. Dies soll zur Abschreckung und damit zur Senkung der Neuankömmlinge dienen. Dieses Abkommen ist sehr umstritten, da auch Kinder ohne ihre Eltern abgeschoben werden sollen und Asylanten wenig Rechte in Malaysia haben, da das Land nicht die UN-Konvention zu Flüchtlingen unterzeichnet hat. Jedoch erklärte der Einwanderungsminister Chris Brown, dass Australien für sämtliche Kosten (Transport, Krankenversicherung) und auch für die Kosten der Schulausgaben aufkommen würde, was wiederum widersprüchlich ist, da asylsuchende Kinder im Malaysia nicht zur Schule gehen dürfen.

In Australien müssen die Flüchtlinge bis zu einem Jahr warten, bis ihr Antrag auf Asyl bearbeitet wird. Es gab schon mehrere Aufstände, die angezündete Gebäude bis hin zu Selbstverstümmelungen zur Folge hatten. Und auch heute protestieren wieder Asylsuchende mit einem Hunger Streik auf dem Dach der Haftanstalt in Darwin, mitunter wegen der langen Bearbeitungsdauer.

Doch man darf nicht vergessen, dass die Regierung und der Zoll unter großem Druck stehen, denn einer vor Kurzem veröffentlichten Studie der Australian National University nach antworteten mehr als zwei Drittel der Befragten auf die Frage „Glauben Sie, dass Australien mehr Menschen braucht?“ mit „Nein“. Viele Australier seien besorgt um Arbeitsplätze, Infrastruktur und die Umwelt in Down Under, schreibt die Soziologie-Professorin Katharine Betts in ihrem Bericht zu dem Ergebnis.

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